76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Heute vor 76 Jahren wurde das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit.

Im historisch einmaligen industriellen Massenmord an den europäischen Juden und Jüdinnen durch die deutschen Faschist*innen nimmt Auschwitz eine zentrale Rolle ein. Als Teil eines großen Netzwerks aus Arbeits- und Vernichtungslagern wurden im Lagerkomplex Auschwitz, bestehend aus dem Stammlager I, dem Vernichtungslager II und dem Arbeitslager III sowie weiteren Außenlagern, zwischen 1940 und 1945 weit über eine Millionen Menschen ermordet. Sie starben in den zu ihrer Vernichtung erbauten Gaskammern, wurden erschossen und zu Tode gefoltert und geprügelt oder erlagen den Folgen von medizinischen Versuchen, Krankheiten, Mangelernährung und Überarbeitung. Neben Roma und Sinti, die von den Nazis für “asozial” und minderwertig befunden wurden und im Porajmos kollektiv vernichtet werden sollten – Auschwitz Birkenau Abschnitt B II e wurde als das sogenannte “Zigeunerlager” eingerichtet -, waren Juden und Jüdinnen mit ca. 90% unter den Opfern in Auschwitz die größte Gruppe. Der eliminatorische Antisemitismus, der im Holocaust – im Hebräischen: Shoa – dem Massenmord an den europäischen Juden und Jüdinnen mündete, stand im Zentrum der nationalsozialistischen Politik. Auschwitz ist aufgrund des Umfangs und der Art und Weise der hier verübten Verbrechen zum Symbol für die Shoa geworden. Zum Personal, das von Wachen über Ärzte und Tierärzte bis zur Verwaltung und einer Kulturabteilung zur Unterhaltung der SS-Mannschaften reichte, gehörten in den Jahren seines Bestehens über 10.000 Menschen, die direkt oder indirekt an dem in Auschwitz verübten Massenmord beteiligt waren. Darüber hinaus war Auschwitz Teil eines Netzwerks aus Lagern, in dessen Errichtung und Betrieb auch unzählige Unternehmen, die zum Teil nach dem Krieg weiter existierten (z.B. Henschel, Wegmann & Co (heute KMW), Bayer, BMW, AEG, Siemens, VW), und zivilgesellschaftliche Akteur*innen involviert waren, die von diesen Lagern etwa durch Enteignung und Zwangsarbeit profitieren. Viele von ihnen wurden nach dem Ende des Krieges für ihre Verbrechen und ihre Mitwisserschaft nicht zur Rechenschaft gezogen.
Für die Überlebenden unter ihren Opfern war es oft ein langer Weg bis zu einer symbolischen Entschädigung durch die Bundesrepublik. Einigen blieb zu Lebzeiten selbst diese klägliche Gerechtigkeit verwehrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.